Alkohol ist für Jugendliche unter 16 Jahren verboten und das aus gutem Grund. Wir wissen längst, dass Alkohol dem sich entwickelnden Gehirn schadet, vor allem in den Bereichen der Selbstkontrolle und Entscheidungsfähigkeit.
Doch während wir hier klare Grenzen setzen, sind wir bei einem anderen Thema viel lockerer. Social Media und Gaming. Beides ist jederzeit verfügbar, wirkt harmlos und ist gesellschaftlich akzeptiert.
Warum ist Social Media so anziehend?
Apps wie Instagram, TikTok oder Games sind so gestaltet, dass sie uns möglichst lange beschäftigen. Neurowissenschaftliche Erkenntnisse zeigen aber deutlich, dass intensive Nutzung von Social Media und Games direkt auf die gleichen Hirnareale wie Suchtstoffe wirken. Likes, Scrollen und Push-Nachrichten lösen Dopamin Ausschüttungen aus, geben also immer kleine Glücksgefühle. Man will immer weiter scrollen, ständig gibt es etwas Neues zu sehen. Das Belohnungssystem wird dauerhaft überreizt und dabei steigt die Schwelle für echte Freude. Je öfter dies passiert, desto mehr gewöhnt sich das Gehirn daran.
Das Gehirn von Kindern und Jugendlichen ist noch in Entwicklung. Es ist besonders empfänglich für Reize und damit auch anfälliger für Gewöhnung oder sogar Abhängigkeit.
Mögliche Folgen bei zu viel Medienkonsum:
- Konzentration fällt schwerer
- Geduld nimmt ab
- Stimmung schwankt schneller
- „normale“ Dinge machen weniger Freude
- Schlafprobleme
==> Das Gehirn kommt ständig auf Touren aber kaum noch zur Ruhe!!
Jugendliche sind besonders betroffen, weil sie suchen Anerkennung, spannende Erlebnisse und Zugehörigkeit. Genau das bieten Social Media und Games und vor allem schnell und jederzeit. Das kann dazu führen, dass echte Erfahrungen wie Freunde treffen, Hobbys, Bewegung oder kreative Ideen in den Hintergrund rücken.
Was können Eltern tun:
- Eine sichere Bindung, die Eltern unter anderem mit viel Geborgenheit schaffen
- Struktur: Kinder brauchen Orientierung und klare Leitplanken
- Viel Bewegung und Natur, viel Raum für Kreativität und genügend altersgerechte Herausforderungen
- Begleitung, Interesse und klare Orientierung machen den grössten Unterschied
- Aufklärung über die neurobiologischen Auswirkungen digitaler Medien
- Klare Regeln: feste, dem Alter angepasste Zeiten für Handy und Gaming. Games sollten nach einer gewissen Spielzeit blockiert werden
- Bildschirmfreie Zeiten z. Bsp. vor dem Schlafengehen und genügend Schlaf
- Vorbild sein: Kinder schauen sich das Verhalten der Eltern ab
- Gespräche führen: Interesse zeigen statt nur kontrollieren
- Alternativen fördern. Sport, Freunde, kreative Aktivitäten
Es geht nicht darum, alles zu verbieten, sondern darum, einen gesunden Umgang zu lernen.
Ein ergänzender Ansatz ist auch die Homöopathie. Sie kann Kinder und Jugendliche unterstützen in:
- Unruhe und Reizbarkeit
- Schlafprobleme durch Bildschirmzeit
- Konzentrationsschwierigkeiten
- Emotionale Dysbalance
Homöopathische Arzneimittel zielen darauf ab, die Selbstregulation des Organismus zu unterstützen und das innere Gleichgewicht zu fördern. Damit zielen sie auf genau jene Fähigkeiten ab, die durch einen übermässigen Medienkonsum aus dem Takt geraten können.
Wenn aber Eltern ihren Kindern im Alltag echte Nähe, klare Orientierung, Bewegung in der Natur und kreative Freiräume geben und die Bildschirmzeit konsequent begrenzen, legen sie den Grundstein für eine gesunde Entwicklung, sodass Therapie gar nicht erst nötig wird.

